Wie du dein Nervensystem regulierst
- Christina Maria Bogner
- 15. Mai
- 4 Min. Lesezeit
...und wieso das essentiell für dein neues Ich ist
Wenn wir Veränderung wollen, ist die Basis dafür, ein reguliertes Nervensystem zu haben. Ist unser Nervensystem im Überlebensmodus, findet keine Veränderung statt, denn dein ganzes System ist auf Überleben ausgerichtet und hat für nichts anderes mehr Kapazität.
Erst wenn du bzw. dein Nervensystem sich sicher fühlt, entsteht Raum für Neues und man kann aus einer gesicherten Umgebung das Außen betrachten. Dein System muss sich gegen keine möglichen Gefahren wehren.
Gerade in der Übergangsphase zwischen Alt und Neu, kommt es sehr oft vor, dass dein Nervensystem auf Alarmbereitschaft schaltet. Einfach weil du deine Komfortzone verlässt und neue Pfade betrittst. Und alles was wirklich neu ist, ist einfach anders zu dem, was du aus deiner Vergangenheit kennst. Auch wenn das aus deiner Vergangenheit für dich nicht mehr dienlich ist - dein System kennt es so.
Ein gestresstes Nervensystem erkennst du daran, wenn du ängstliche und negative Gedanken hast, zweifelst, viel zu viel grübelst, vermehrtes Herzklopfen wahrnimmst, einen nervösen, inneren Zustand hast und vor allem dann, wenn du neu handeln möchtest, dass es dir sehr schwer fällt. Schwer in dem Sinne, dass das Alte mächtig zieht und sich bemerkbar macht. Eben genau durch negative Gedanken und unangenehmen Gefühlen. In diesem Augenblick ist es wichtig, zu erkennen, dass dein System sich wehrt bzw. das Alte in dir - und was in deinen Zellen gespeichert ist - das Ruder nicht aus der Hand geben will.
Um dieses Muster jedoch zu durchbrechen, musst du dich selbst und dein Nervensystem beruhigen. Du musst deinem Körper signalisieren, dass du jetzt sicher bist - genau in diesem Moment. Dass dir nichts passieren kann. Übergehst du das, wirst du erstens nicht neu handeln können - weil du ins Alte fällst - und zweitens kapseln sich erneut Gefühle in deinem Körper ab, die wiederum zu Blockaden führen. Ist also eine Lose-Lose-Situation. Und wir wollen ja eine Win-Win-Situation kreieren 😊
Wie kannst du nun dein Nervensystem regulieren?
Hier gibt es verschiedene Methoden bzw. Wege das zu tun. Verwende das, was dir am besten hilft und probiere dich durch:
Hand aufs Herz. Klingt banal und einfach: ist es auch. Und sehr wirksam. Lege deine linke Hand auf dein Herz und atme einfach durch. Atme immer länger aus als du einatmest - das zeigt deinem Körper, dass er entspannen darf. Zusätzlich kannst du dir innerlich sagen: "Ich bin sicher. Ich bin geborgen. Genau in diesem Moment."
Bewusste Atmung. Dein Atem ist mehr als nur Sauerstoff – er ist eine direkte Verbindung zu deinem Parasympathikus - deinem "Ruhenerv." Mit ruhigen, bewussten Atemzügen kannst du deinem System signalisieren: Es ist okay, loszulassen. Damit du entspannst, hilft die 4-7-8-Methode sehr gut. 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen. Wiederhole das so lange, bis du spürbar ruhiger wirst.
Warm duschen.
Wenn du dich warm duscht, vermittelt das deinem Körper Geborgenheit, entspannt deine Muskeln und senkt den Cortisolspiegel (Stress). Du kannst dir natürlich auch vorstellen und die Intention setzen, dass alles, was dich stresst, nun abfließt.
Langsames gehen. Wenn du dich langsam ganz bewusst bewegst, beruhigt das deinen Körper und dein Nervensystem. Geh einfach langsam im Raum oder draußen. Ganz bewusst. Spüre deine Füße. Du wirst merken, wie dich das beruhigt.
Schlafen. Wenn es dir möglich ist, kannst du einfach ein bisschen schlafen. Wenn du schläfst, reguliert sich dein Nervensystem automatisch.
Tapping / EFT. EFT Tapping (Emotional Freedom Technique) ist eine wirkungsvolle Klopfakupressur, um dein Nervensystem zu regulieren. Genaue Anleitungen gibt es genug im Internet. Eine davon zB. hier: https://www.youtube.com/watch?v=bFwap7I8btU
Etwas mit den Händen tun. Wenn du etwas mit deinen Händen machst, reguliert sich ebenfalls dein Nervensystem. Zum Beispiel kochen, backen, malen, schreiben. Es holt dich ins Hier und Jetzt.
Bewegung / Sport. Wenn du dich bewegst, einen kleinen Spaziergang in der Natur machst oder Sport betreibst, hilft dir das ebenfalls enorm beim Stressabbau.
Schaffe dir Routinen. Das ist keine Akut-Lösung aber dafür eine langfristige. Routinen geben unserem Nervensystem Sicherheit weil sie vorhersehbar sind. Alles was vorhersehbar ist, gibt uns Sicherheit und Verlässlichkeit - und das liebt unser Nervensystem. So eine Routine könnte zB. sein: du trinkst jeden Morgen ein warmes Glas Wasser mit Zitrone, schreibst in dein Tagebuch wofür du dankbar bist und gehst dann ins Bad und richtest dich her. Wenn du das täglich machst, signalisierst du deinem Körper "Alles ist gut - ich bin sicher."
Bei all diesen Anwendungen geht es vor allem darum, dass du dir klar machst, dass du JETZT in diesem Moment SICHER bist. Das ist alles, worum es geht. Du bist jetzt erwachsen und du bist sicher. Dir kann nix mehr passieren - und auch deinem inneren Kind nicht mehr. Nimm es ebenfalls an die Hand und sei für dich da. Mach dir immer wieder bewusst: Ich bin jetzt hier. Der Moment ist alles was ich habe. Und ich bin sicher.
Wenn du neu handelst und eine neue Version deinerselbst wirst, verlässt du deine Komfortzone. Du wächst über dich hinaus. Und dafür musst du dein Nervensystem auch mitnehmen - es sozusagen liebevoll dehnen.
Und wie immer in der Persönlichkeitsentwicklung, geht es vor allem darum, dass du in die Beobachterrolle wechselst und dich von Außen betrachtest. Dass du nicht mehr mit dem Schmerz und den Ängsten und Gefühlen identifiziert bist, sondern Abstand dazu hast. Mit Abstand und einem ruhigen Nervensystem kannst du dann in Ruhe neu handeln und entscheiden, wer du sein willst.
Und ich weiß, es mag manchmal sehr mühsam sein und du hast das Gefühl, ob das jemals besser wird: JA - wird es. Schau einfach mal ein bisschen zurück ...was du schon alles gemeistert hast und wie sehr du dich entwickelt hast. Sei stolz auf dich und geh weiter. Einfach weitergehen. In deinem Tempo.
Vertraue dir und vertraue dem Leben einfach ein bisschen mehr - es wird für dich sorgen - immer! 💛
Bis bald,
Christina Maria



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