Der Shift in deine neue Identität
- Christina Maria Bogner
- 18. Apr.
- 6 Min. Lesezeit
...und wie deine alte Identität keine Macht mehr über dich hat
Der Preis für dein neues Ich ist immer dein Altes. Du musst das Alte sein lassen, damit das Neue entstehen kann. Wenn du dich ebenfalls gerade in diesem Übergang befindest - und ich denke, da sind wir alle irgendwie gerade - dann ist das genau der richtige Text für dich.
Das Leben ist stetige Veränderung. Und so veränderst auch du dich. Du entwickelst neue Sichtweisen, fühlst manches nicht mehr so wie du es gewohnt bist und merkst einfach, dass etwas in dir neu wird. Egal ob du nun ganz bewusst entschieden hast, dass du dich verändern willst oder ob es einfach "passiert" ist.
Fakt ist: wenn du in diesem Übergang bist, dann liefern sich zwei Versionen in dir ein Duell: die alte Version, die nicht sterben will und die neue Version, die schon gelebt werden möchte aber immer noch vom Alten verdrängt wird.
Das kann sehr anstrengend und auch zermürbend sein. Doch soo schwer ist es eigentlich nicht - und genau deshalb gibt es heute diesen Text 😊
Nehmen wir an, du hast immer so gelebt (und das haben wir wahrscheinlich alle), dass du vom Außen um Aufmerksamkeit gebettelt hast. Du warst es schon immer so gewöhnt, schon seit deiner Kindheit, dass du nur dann gut und wichtig bist, wenn du dich auf eine bestimme Art und Weise verhältst. Wenn du zB. lieb und nett bist oder wenn du ganz viel leistest und immer fleißig bist. Dann wurdest du gesehen und gelobt. Hast du das nicht getan, entzog man dir die Liebe. Daraus entsteht ein Muster und eine Überzeugung in dir, die du dein ganzes Leben weiterlebst - einfach, weil du es nicht anders kennst.
Als Frau oder auch Mutter sieht das als Erwachsene zB. so aus: du opferst dich für andere auf und gibst alles - viel mehr als es für dich gut ist - und suchst so unbewusst noch immer die Anerkennung deiner Eltern und dass du einfach gesehen wirst, mit allem was du doch tust. Du stellst deine Bedürfnisse hinten an und gibst allen anderen um dich immer mehr Wert als dir selbst. Somit bleibst du faktisch immer auf der Strecke, doch das Muster ist befriedigt: Aufopferung und sich selbst nicht wichtig nehmen = ich bekomme Liebe ✅
Ja, als Kind bleibt dir nichts anderes übrig und sichert dir sozusagen dein Überleben. Doch als Erwachsene kostet es dich deine Gesundheit, deine Freude, dein Frau-Sein, dein Weich-Sein, deine Beziehungen.
Aus energetischer Sicht betrachtet: du bist als Frau, die sich aufopfert, im Mangel und gleichzeitig (sehr) bedürftig. Wenn du bedürftig bist, bist du nicht in der Fülle und hast in diesem Sinne nichts zu geben und bist abstoßend. Bedürftigkeit = abstoßend. Das ist energetisch einfach so. Du gibst also nicht, sondern du suchst ja eigentlich etwas - nämlich Liebe und Anerkennung - unter dem Deckmantel der Aufopferung und "Ich tu ja doch alles." Somit drehst du dich im Kreis. Doch damit ist heute Schluss 😊
Bei den Männern zeigt es sich sehr häufig in sehr viel Arbeit. Ihre meiste Energie stecken sie in die Arbeit und opfern sich dort mit demselben Wunsch auf: gesehen und anerkannt zu werden. Und von wem? Meistens vom Papa. Die meisten haben erlebt, dass man als Junge viel arbeiten muss und "von nichts kommt nichts." Gefühle zu zeigen und zu zeigen, wie es einen wirklich geht, war sowieso nicht erlaubt und wurde ignoriert. Hier entsteht die Überzeugung: Wenn ich fleißig bin und hart arbeite und keine Schwäche (also Gefühle) zeige, dann hat mich Papa lieb und gibt mir Liebe. Das Muster ist also: nur wenn ich viel und hart arbeite, bin ich wertvoll und gut = Papa mag mich ✅
Erkennst du dich darin wieder? Und merkst du auch, wie dich das in deinem Leben mittlerweile einschränkt und klein macht? Wie Beziehungen darunter leiden und die Liebe nicht fließen kann, weil das Herz so verschlossen ist und immer auf die Rettung im Außen (also unbewusst von den Eltern) hofft und nicht eigenverantwortlich für sich einsteht und seine Themen jetzt endlich angeht?
Du bist jetzt erwachsen und darfst dir den Halt und die Liebe selbst geben, die dir damals gefehlt hat und aus diesen Mustern endgültig aussteigen. Du musst verstehen, dass du dir all das selbst geben kannst, was dir damals gefehlt hat. Erkenne den Schmerz an, dass dir viel gefehlt hat, lass ihn da sein und sei ab jetzt für dich selbst da. Halte dich selbst und finde IN DIR die Anerkennung für dich. Entkopple alles vom Außen für deinen Wert in dir. Dein Wert ist unantastbar.
Wie machst du jetzt den Sprung in deine neue Identität?
1) Bewusst-Sein ist die Antwort.
Du musst erkennen, wann das alte Muster/Prägungen und die alten Verhaltensweisen anklopfen und in diesem Moment musst du in die Beobachterrolle schlüpfen. Du musst Abstand dazu gewinnen, dich sozusagen vom Muster trennen.
Da gibt es dich - und dann gibt es das Muster. Doch du BIST nicht das Muster.
Diese Separierung schaffst du indem du sagst: "Aha, interessant. Da ist das alte Muster."
Klingt banal - ist aber sehr effektiv. Probiere es aus. Du wirst sofort spüren, dass du nicht mehr davon eingenommen bist und Raum für eine neue Wahl, wie du dich nun verhalten magst, entsteht.
2) Frage dich, wie will ich stattdessen handeln? Wie würde die Version handeln, die ich sein will? Und dann, ganz wichtig: HANDLE SO!
Wenn du Neues integrieren willst, musst du es einfach verkörpern. Du musst NEU handeln - sonst bleibst du im Alten. Das wird sich anfangs sehr eigenartig und unnatürlich anfühlen. Doch bleibe dran, bis es dein neues Normal wird. Du musst dir quasi eine neue, gesunde Gewohnheit anlegen.
Gewohnheiten formen deine Persönlichkeit. Deswegen ist es immer wichtig zu wissen, wer du sein willst - und das dann verkörperst. Und sei hier etwas geduldig - dein ganzes Nervensystem, deine Autobahnen im Gehirn müssen sich umbauen - auf dein neues Selbst.
Also, frage dich, wer du sein willst UND wie dieser jemand handelt, denkt, fühlt etc. Setz dich damit auseinander, schreibe es dir auf.
Wie sind deine neuen Verhaltensweisen, wie willst du sein, wenn du zB. Konflikte hast, wenn du dich angegriffen fühlst, verletzt bist? Wie handelst du in diesem Moment dann NEU? Wie sprichst du? Setzt du dir einen Anker in dir, indem du kurz durchatmest und dich beruhigst? Flüchtest du wieder oder machst du diesmal dein Herz auf und kannst die Emotionen einfach halten und da sein lassen?
Egal was es ist, beschäftige dich damit. Und handle dann in den entsprechenden Momenten NEU! Auch wenn es dir blöd vorkommt.😊 Aber du wirst sehen, dass es dich sofort in eine andere Energie bringt und es meist nur das erste Mal komisch ist. Umso öfter du es tust, umso leichter wird es und ist dann ganz bald einfach normal. Und genau das willst du ja - wachsen und dich weiterentwickeln. Mehr DU SELBST werden. Das ist dann eine wunderschöne Aufwärtsspirale.
Beispiele:
Ich bin die Frau, die sich und ihre Bedürfnisse ernst nimmt. (wie handelt diese Frau etc?)
Ich bin die Frau, die sich eigenverantwortlich um ihre Gefühle kümmert.
Ich bin die Frau, die sich zuerst um sich selbst kümmert, bevor ich mich um andere kümmere. (Erinnere dich daran, du kannst nur dann etwas geben, wenn du innerlich "voll" bist - ansonsten nimmst du!)
Ich bin der Mann, der Gefühle zeigt, weil ich nur so mit anderen in Verbindung sein kann.
Ich bin der Mann, der wertvoll ist, auch wenn ich nicht hart arbeite.
Ich bin der Mann, der sich eigenverantwortlich um meinen Schmerz kümmert und ihn nicht mehr nach Außen projiziere.
Das sind nur Beispiele. Definiere es für dich ganz individuell und leg los! 🤗
3) Lass den Schmerz, der kommt, da sein
Wenn wir neu handeln, meldet sich das Alte - meist sehr laut. Das Alte geht nicht einfach weg, weil wir es weghaben wollen. Deine alte Identität oder dein altes Ich - egal wie du es für dich benennst - ist den ganzen Weg bis hierher gegangen. Mit all den Erfahrungen, dem Schmerz, dem Leid, der Aufopferung. Du wärst heute nicht hier und auch nicht der Mensch, der du bist. Das gilt es zu achten und zu ehren. Einfach anzuerkennen.
Hier kommen unverarbeitete Themen und Emotionen hoch - was GUT IST! Die müssen rauf und raus - also integriert werden - erst dann hat das Neue Platz! Kurz gesagt: du musst direkt durch den Schmerz durch um frei davon zu werden und das Neue leben zu können. Verdrängung geht hier nicht mehr ...das hast du eh schon viel zu lange gemacht. 😉
Kurz gesagt: der Schmerz kommt hoch, du sagst "Aha, interessant" um dich davon zu entkoppeln, fühlst ihn und lässt ihn einfach da sein. Du wirst sehen, wie sich alles sofort in dir beruhigt.
Wie das ganz genau geht, sprengt hier den Rahmen, ist aber in meinem Workbook, dass es im Shop gibt, sehr gut beschrieben.
Deine alte Identität, deine Muster und Programme haben dann keine Macht mehr über dich, wenn du sie durchschaust, nicht mehr damit identifiziert bist UND gleichzeitig NEU HANDELST. Immer wieder. Gelegenheiten bekommst du genug vom Leben. 😊
Und bitte: sei nicht zu streng mit dir. Das ist ein Prozess und geht nicht von heute auf morgen. Sehe es als eine Reise - eine Reise zu dir und dem Menschen, der du wirklich aus tiefstem Herzen sein willst!
Ich wünsche dir viel Freude beim Neu-Werden - bleib dran - es lohnt sich! 😊
Bis bald,
Christina Maria



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